In der aktuellen Episode der Fotobuch-Ecke sprechen Florian und ich über das Thema „Hörer-Empfehlung“, also Tipps zu Büchern von Euch.
Florian bekam den Bildband Sites von unserem Hörer Jürgen zugeschickt und stellt das Buch in der aktuellen Folge ausführlich vor.
Sites
Ulrich Hensel
Hatje Cantz Verlag
128 Seiten
27 x 31 cm
September 2014
ISBN 978-3-7757-3890-3
10 €
Mehr dazu im Blog von Florian.
Mir wurde von einer Hörerin ein dicker Bildband aus dem schweizerischen Christoph Merian Verlag genannt, nämlich das Buch von Robert Bösch: Bilder, die ich gesehen habe.

Wer ist Robert Bösch?
Robert Bösch ist Schweizer Geograf und seit vielen Jahren Berufsfotograf. Seine Fotografie dreht sich oft um Reisen rund um die Welt. Er gibt selbst an, dass er bereits alle Kontinente bereist hat. Als Bergführer interessieren ihn natürlich auch die höchsten Berge, die er bestiegen hat.
Seine Bilder findet man in vielen Publikationen, angefangen bei National Geographic und GEO bis hin zu Magazinen wie dem Stern. Außerdem werden seine Arbeiten in verschiedenen Galerien und Museen ausgestellt. Er selbst beschreibt seine Fotografie häufig als „Landschafts-Kunstfotografie“.
Das Buch: Bilder, die ich gesehen habe
Das Buch Bilder, die ich gesehen habe, welches im Christoph Merian Verlag erschienen ist, passt sehr gut in das von ihm gewählte Genre. Im Vorwort schreibt er selbst:
„Dieses Buch – ich war auf allen sieben Kontinenten unterwegs – zeigt weder die Welt, noch wie ich diese Welt wahrgenommen habe. Dieses Buch zeigt Bilder, die ich gesehen habe – im Dschungel Ugandas, in Venedig, in Industriequartieren, in den Wüsten und Gebirgen der Welt und vor meiner Haustüre. Es sind Ausschnitte, Momente, gewählt aus der Unendlichkeit des Sichtbaren. Entkoppelt von der Umgebung, geben sie nur einen Ausschnitt dieser Wirklichkeit wieder, aus der ich sie mit meiner Kamera herausgelöst habe.“
Es ist ein Sammelband, den der Christoph Merian Verlag herausgebracht hat. Die Bilder passen in kein richtiges Genre, in keine eindeutige Schublade. Es sind Streetfotografien dabei, klassische Landschaftsaufnahmen und künstlerische Arbeiten.

Gedruckt ist das Ganze auf sehr festem, hochwertigem Papier in einem großen Format von 24,5 × 35 cm. Auf 252 Seiten finden sich 118 großformatige Bilder, teilweise über eine komplette Doppelseite.
Eindruck beim Betrachten
Die Qualität der Bilder ist erwartungsgemäß sehr gut. Manchmal stört ein wenig die Falz in der Mitte des Buches, weil diese stellenweise wichtige Aspekte verdeckt. Auf der anderen Seite ist jedes Bild ein einzelnes Kunstwerk.
Man findet keine Serien, sondern Aufnahmen, die für sich stehen – quasi so, als ob man sie sich an die Wand hängen würde. Genau das zeichnet das Buch aus: die Qualität der Fotos von Robert Bösch, die in diesem Bildband veröffentlicht werden.

Wie er im kurzen Vorwort beschreibt, reiste er durch alle sieben Kontinente, und auch das findet man im Bildband wieder. Es sind Aufnahmen aus Afrika dabei, andere entstanden vor seiner Haustür in der Schweiz, wieder andere in der Antarktis.
Auch die Art der Fotografie unterscheidet sich deutlich: Aufnahmen, bei denen er mitten im Geschehen ist, etwa während einer Zugfahrt, stehen neben eher geplanten und vermutlich mit Stativ aufgenommenen Landschaftsaufnahmen. Ebenso wechseln sich farbige Szenen auf einem belebten Marktplatz mit ruhigen Aufnahmen von Schilf am Flussufer ab.
Aufbau des Buches
Das Vorwort habe ich bereits erwähnt. Darin stellt er kurz die Intention seines Buches vor. Es ist zweisprachig gehalten – auf Deutsch und Englisch.
Am Ende des Buches findet sich ein Index mit jedem Foto, einer kurzen Beschreibung sowie einer Ortsangabe. Abschließend gibt es noch eine kurze Biografie über den Schweizer Fotografen Robert Bösch.
Dies zeigt insgesamt, dass die Bilder für sich stehen. Er möchte sie nicht weiter in Worten erklären, sondern die Bilder selbst wirken lassen.

Fazit
Normalerweise schätze ich Fotografie in Serien. Auch ich selbst versuche, Bilder zu sammeln, und häufig sind Bildbände so aufgebaut, dass sie sich mit einem speziellen Thema auseinandersetzen.
In dem Buch von Robert Bösch, Bilder, die ich gesehen habe, bricht der Fotograf genau mit diesem Ansatz. Die Bilder passen in keine Schublade – weder von der Gestaltung noch von der Farbe oder vom Genre her. Es wechseln sich Schwarz-Weiß- und Farbfotos, Stillleben und belebte Streetfotografie ab.
Warum finde ich das jetzt so gut?
Es gibt immer wieder Fotos, die in keine Sammlung passen, die man vielleicht so im Kopf hat, und die dennoch wert sind, gezeigt zu werden. Natürlich kann man sie sich ins Wohnzimmer hängen oder versuchen, bei einem Wettbewerb einzureichen. Man kann sie aber auch – so wie Robert Bösch es getan hat – in einem hochwertigen Bildband veröffentlichen und damit für eine angenehme Zeit beim Betrachten sorgen.

Eckdaten zum Buch:
Robert Bösch – Bilder, die ich gesehen habe
Christoph Merian Verlag
252 Seiten, 118 Bilder
Hardcover
24,5 x 35 cm
Oktober 2025
ISBN 978-3-03969-053-4
130 €
Podcast-Empfehlung:
Being The Beatles – eine Pop-Revolution – ARD Sounds
Dark Matters – Geheimnisse der Geheimdienste – ARD Sounds
Links:
Christoph-Merian Verlag Website
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Vielen Dank an den Christoph Merian Verlag, die mir ein Exemplar des vorgestellten Bildbandes zugeschickt haben.

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