In den letzten Monaten hat mich ein Thema fotografisch immer mehr gepackt: die Sportfotografie. Der Einstieg kam dabei ganz klassisch – ich wollte ursprünglich einfach unseren Sohn beim Handball fotografisch begleiten. Aus diesen ersten Versuchen heraus entwickelte sich jedoch schnell mehr. Mit der Zeit habe ich begonnen, auch andere Mannschaften und Spiele zu fotografieren, um das Genre besser kennenzulernen und ein Gefühl für die Abläufe und entscheidenden Momente zu bekommen.
Mit jeder Serie, jedem Spiel und jedem Event wächst seitdem die Faszination für diesen besonderen Moment zwischen Bewegung, Emotion und Timing. Wer einen kleinen Einblick bekommen möchte, kann gerne einmal bei Instagram vorbeischauen (@soloart_sports).
Passend dazu ist kürzlich im dpunkt.verlag ein Lehrbuch zum Thema Sportfotografie von Kevin Voigt erschienen, das ich mir natürlich genauer angesehen habe.
Über den Fotografen
Kevin Voigt wurde 1997 in Schmalkalden geboren. Seine Leidenschaft für den Wintersport wurde ihm gewissermaßen in die Wiege gelegt. Während seine Zwillingsschwester Vanessa den Sprung an das Sportinternat in Oberhof schaffte, blieb ihm dieser Weg sportlich verwehrt.
Das hielt ihn jedoch nicht davon ab, dem Wintersport treu zu bleiben. Im Gegenteil: Er suchte sich eine andere Möglichkeit, seine Schwester und den Sport zu begleiten – und fand so den Weg zur Fotografie. Früh sammelte er zudem journalistische Erfahrungen und schrieb bereits als Jugendlicher Berichte über Wintersportveranstaltungen. Unterstützt von erfahrenen Fotografen entwickelte er seinen eigenen Stil weiter und verfolgte zunehmend das Ziel, als Sportfotograf zu arbeiten. Seitdem ist er vor allem im Wintersport aktiv, mit einem besonderen Fokus auf den Biathlon. Diese enge Verbindung zum Sport merkt man seinen Arbeiten und auch dem Buch deutlich an.

Aus dem Klappentext:
Sportfotografie stellt hohe Anforderungen. Reaktionsschnelligkeit, die Fähigkeit, Bewegungen und Spielzüge erahnen zu können, sowie der richtige Umgang mit oft schwierigen Licht- und Witterungsbedingungen entscheiden über gute oder schlechte Bilder. Mit diesem Buch lernst du, verschiedenste Sportarten so einzufangen, dass dabei wirklich packende Fotos voller Action und Emotionen entstehen. Profisportfotograf Kevin Voigt gibt dir tiefe Einblicke in seine berufliche Praxis. Von ihm lernst du aus erster Hand, wie du Fußball, Leichtathletik, Biathlon oder – anhand von Gastbeiträgen anderer bekannter Sportfotograf*innen – Turnen, Handball oder Klettern fotografierst.
Über das Buch
Im dpunkt.verlag ist ein Lehrbuch erschienen, das sich umfassend mit der Sportfotografie auseinandersetzt. Auf 258 Seiten beschreibt Kevin Voigt seine Herangehensweise an dieses anspruchsvolle Genre.
Das Buch ist klar strukturiert und in folgende Kapitel gegliedert:
- Einführung
- Was macht Sportfotografie so herausfordernd?
- Ausrüstung
- Ein Blick in die Praxis von Kolleginnen und Kollegen
- Vorbereitung und Planung je nach Sportart
- Profi-Wissen Technik
- Bildkomposition und Gestaltung
- Nachbearbeitung von Sportfotos
- Rechtliche Aspekte der Sportfotografie
- Sportfotografie abseits der Events
- Selbstständigkeit in der Sportfotografie
Bereits dieses Inhaltsverzeichnis zeigt, dass es sich um ein klassisches Lehrbuch handelt, das den Leser Schritt für Schritt an das Thema heranführt. Besonders auffällig ist der umfangreiche Teil zur Ausrüstung – und das aus gutem Grund. In kaum einem anderen Bereich der Fotografie spielt die Technik eine derart entscheidende Rolle wie hier.
Wie man es aus dem dpunkt.verlag kennt, ist das Buch durchgehend hochwertig gestaltet. Zahlreiche Beispielbilder begleiten die einzelnen Kapitel und machen die theoretischen Inhalte unmittelbar nachvollziehbar. Die klare Gliederung mit übersichtlichen Unterkapiteln erleichtert den Zugang, und sogenannte Merkboxen helfen dabei, zentrale Aspekte schnell zu erfassen und bei Bedarf nachzuschlagen.
Sehr gelungen ist auch, dass sich das Buch nicht ausschließlich auf technische und gestalterische Fragen beschränkt. Themen wie rechtliche Aspekte oder der Schritt in die Selbstständigkeit werden ebenfalls ausführlich behandelt – Bereiche, die in der Praxis von großer Bedeutung sein können.
Besonders hervorzuheben ist ein eigenes Kapitel, in dem weitere Fotografen und Fotografinnen zu Wort kommen. Unter anderem geben Stefan Matzke, Christina Pahnke und Kerstin Leicht Einblicke in ihre Arbeitsweise und ihren Werdegang. Ergänzt wird dies durch Beiträge von Tom Weller, der seine Erfahrungen in den Sportarten Turnen und Handball einbringt. Jeder dieser Fotografen bringt seine unterschiedliche Perspektive zu unterschiedlichen Sportarten mit und macht das Buch dadurch abwechslungsreich.
Auch die Vielfalt der Sportarten kommt nicht zu kurz. Die jeweiligen Besonderheiten und Herausforderungen werden praxisnah beschrieben, sodass sich für nahezu jede Situation hilfreiche Ansätze finden lassen. Gerade das macht das Buch für Einsteiger interessant, die sich in einem bestimmten Bereich orientieren möchten.
Über die Qualität eines Lehrbuchs aus dem dpunkt.verlag muss man eigentlich nicht viele Worte verlieren. Mir ist bislang kein Titel aus diesem Verlag begegnet, der nicht durch ein hohes Niveau überzeugt hätte – sei es inhaltlich, redaktionell oder in Bezug auf Druck- und Bildqualität. Dieses Buch bildet hier keine Ausnahme.

Fazit
Ich gehöre noch zu der Generation, die sich neuen Herausforderungen gerne mit Hilfe von Büchern nähert. Als ich mich Anfang des Jahres intensiver mit der Sportfotografie beschäftigt habe, ist mir schnell aufgefallen, dass es zu diesem vielseitigen Genre vergleichsweise wenig fundierte Literatur gibt.
Umso erfreuter war ich, als ich die Neuerscheinung im dpunkt.verlag entdeckt habe. Kevin Voigt ist es gelungen, ein Buch zu schreiben, das sowohl Einsteigern als auch Fortgeschrittenen einen fundierten Zugang zur Sportfotografie bietet.
Besonders gefallen haben mir die Kapitel, die sich mit den einzelnen Sportarten und ihren spezifischen Anforderungen beschäftigen. Hier wird sehr anschaulich deutlich, dass Sportfotografie eben nicht gleich Sportfotografie ist, sondern jede Disziplin ihre eigenen Herausforderungen mit sich bringt.
Auch wenn ich persönlich nicht zu den Fotografen gehöre, die sich primär über Technik definieren, merkt man in diesem Genre schnell, wie wichtig eine passende Ausrüstung ist. Gerade in der Handballfotografie ist beispielsweise ein lichtstarkes Objektiv nahezu unverzichtbar. Ebenso zeigen sich die Vorteile eines schnellen und präzisen Autofokus unmittelbar – oft im wahrsten Sinne des Wortes in Sekundenbruchteilen. Das Kapitel zur Technik nimmt im Buch daher zu Recht einen gewissen Raum ein, bleibt dabei aber angenehm ausgewogen. Kevin Voigt fotografiert selbst mit Nikon-Kameras, formuliert seine Empfehlungen jedoch bewusst allgemein, sodass sie sich problemlos auf andere Systeme übertragen lassen. Das macht das Buch erfreulich zugänglich – unabhängig von der eigenen Ausrüstung. Gleichzeitig kommen Aspekte wie Bildgestaltung und die erzählerische Komponente der Fotografie keineswegs zu kurz. Denn am Ende geht es nicht nur darum, den richtigen Moment technisch sauber einzufangen, sondern auch darum, eine Geschichte zu erzählen und Emotionen zu transportieren.
Gerade in der Handballfotografie konnte ich einige der im Buch beschriebenen Ansätze direkt für mich umsetzen. Ein Punkt, der mir besonders im Gedächtnis geblieben ist, war der bewusste Umgang mit der eigenen Position und Perspektive. Statt – wie ich es anfangs häufig gemacht habe – während des Spiels zu oft den Standort zu wechseln, habe ich gelernt, mich gezielter zu positionieren und bestimmte Spielsituationen im Voraus „mitzudenken“. Dadurch entstehen überlegtere Aufnahmen.
Ein weiterer Aspekt, der meine Arbeitsweise spürbar verändert hat, ist der Einsatz des Autofokus. Gerade im Handball, wo viele Spieler auf engem Raum agieren und sich ständig kreuzen, war es für mich zunächst schwierig, den Fokus zuverlässig auf dem gewünschten Motiv zu halten. Durch die im Buch beschriebenen Techniken habe ich mein Vorgehen angepasst und arbeite nun deutlich bewusster mit den Fokusmodi meiner Kamera. Das hat nicht nur die Trefferquote erhöht, sondern auch dazu geführt, dass ich mich stärker auf den richtigen Moment konzentrieren kann, anstatt ständig mit der Technik zu kämpfen.
Egal ob man die eigenen Kinder vom Spielfeldrand aus begleitet oder den Anspruch hat, Sportfotografie auf ein höheres Niveau zu heben – dieses Buch hilft aus guten Momenten wirklich starke Bilder zu machen.
Podcast:
Im Podcast hatte ich die Gelegenheit, mit dem Sportfotografen Kevin Voigt persönlich zu sprechen. In unserem Gespräch ging es nicht nur um sein aktuelles Buch zur Sportfotografie, sondern auch um seinen ganz eigenen Weg in dieses Genre. Darüber hinaus haben wir einen kleinen Blick auf den Sportjournalismus geworfen. Ein spannender Austausch mit vielen Einblicken aus der Praxis.
Empfehlung:
Kianismus – Gute Menschen verlieren nie (*)

Eckdaten:
Sportfotografie – Action und Emotionen in mitreißenden Bildern einfangen
Kevin Voigt
mit Beiträgen von: Kerstin Leicht / Stefan Matzke / Christina Pahnke / Tom Weller
dpunkt.verlag
Hardcover mit Lesebändchen
etwa 20 x 24,5 cm
238 Seiten
Februar 2026
39,90 €
ISBN 978-3-98889-057-3 (Print)
ISBN 978-3-98890-295-5 (EBook)
Links:
Amazon (*)
Meine eigenen Sportfotos bei Instagram: @soloart_sports
Ein besonderer Dank geht an Fujifilm, die mir Equipment zur Verfügung gestellt haben. Gerade in der Sportfotografie macht sich zuverlässige Technik schnell bemerkbar – umso spannender ist es, die Möglichkeiten in der Praxis ausgiebig testen zu können. (Amazon-Link *)
* Die mit * gekennzeichneten Links sind sogenannte Affiliate-Links. Wenn Du darüber etwas bestellst – vielleicht ja sogar das hier vorgestellte Buch zur Sportfotografie 😉 – erhalte ich eine kleine Provision vom Händler. Für Dich bleibt der Preis natürlich unverändert. Du unterstützt damit ganz nebenbei meinen Blog und den Podcast. Vielen Dank dafür!
Vielen Dank an den dpunkt.verlag, der mir freundlicherweise ein Exemplar des vorgestellten Buches zur Sportfotografie zugeschickt hat.

Schreibe einen Kommentar